Ob bei den Regionalworkshops, dem landesweiten Netzwerktreffen, sogar bei den digitalen Infoveranstaltungen – wenn Kümmerer*innen zusammenkommen erleben wir jedes Mal, dass die Gespräche untereinander nur so sprudeln. Immer wieder bekommen wir die Rückmeldung, wie wertvoll und bereichernd dieser Austausch ist, denn die Kümmerer und Kümmerinnen stehen den alltäglichen Herausforderungen in ihren Gemeinden oft allein gegenüber. Erfahrungsaustausch und Tipps anderer Kümmerer*innen werden dadurch ein umso wichtigerer Teil des Netzwerks. Doch anderen wohlgemeinte Ratschläge mitzugeben, ohne dass sie erschlagend oder bevormundend wirken, und die wirklich zu der betroffenen Person und Situation passen, ist garnicht so leicht – das kennen wir bestimmt alle.

Schon vor Längerem ist daraus in der Koordinierungsstelle die Idee entstanden, das Konzept der „kollegialen Beratung“ zu fördern, dadurch den Austausch unter Kümmerer*innen professioneller zu gestalten. Die Kollegiale Beratung ist ein Verfahren zur Reflexion und Besprechung von berufliche Alltagssituationen unter Gleichberechtigten. Ein praktisches Konzept für eine effiziente Gesprächsführung in der Gruppe, das einen sicheren Rahmen bietet, um fachliche, organisatorische, strukturelle oder persönliche Fragen zu durchdenken und gemeinsam Lösungen für schwierige Situationen zu finden. Mit etwas Übung kann die Methode in Gruppen erlernt und selbstständig durchgeführt werden.

So fand Anfang Dezember die erste Schulung mit einigen Kümmerer*innen aus dem Kreis Dithmarschen in Delve statt – eine Gruppe, die sich bisher in dieser Form noch nicht getroffen hatte. Einen Tag lang saßen wir mit der Supervisorin und Expertin für kollegiale Beratung Irmela Feige zusammen und nach einer kurzen Einführung ging es direkt an die Fallbeispiele – knifflige Situationen aus dem Alltag der Kümmerer*innen. Ich teile meine Begeisterung mit den Teilnehmenden – es ist erstaunlich, was es ausmacht, strukturiert über einen Fall zu sprechen und was dabei herauskommen kann, wenn mehrere Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gemeinsam Lösungen suchen.

Und was haben die Teilnehmenden mitgenommen?

„Begeisterung, nachdem ich verstanden habe, was „kollegiale Beratung“ bedeutet und wie sie geht.
Die Sicht auf einen konkreten Fall hat sich nach der Analyse komplett verändert und brachte zum Nachdenken. 
In Zukunft werde ich in Zukunft die Gruppe als Berater hinzuziehen oder mir eine eigene Gruppe bauen.“

„Verdammt gut, ich habe sehr viel mitgenommen. Auch wenn ich eine Sache habe, die im ersten Moment unlösbar scheint, ist es vielleicht ein Tipp, es von der Gegenseite anzuschauen. Aus einer anderen Perspektive!
Auch das „nicht sofort in Lösungen“ denken, ist ein Anfangs witziger und komischer Weg gewesen. Eine Strategie, die im eigenen Kopf Klick machen muss, um das „Ganze“ zu beleuchten ist zuerst schwierig. Auch zu sehen, wie sehen es andere und wie ergeben sich neue Aspekte war sehr interessant.
Es hat sich gelohnt!“

Ein großes DANKE an die Kümmerer*innen aus Dithmarschen, die sich mutig auf diesen Tag eingelassen haben – und sich übrigens von nun an regelmäßig treffen möchten, um sich kollegial zu beraten!